ABG-LIPPE Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe
 

Die Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe


Vor der kommunalen Neugliederung Ende der sechziger Jahre hatte jede Stadt und jede Gemeinde irgendwo mindestens eine Müllkippe. Im Gebiet des heutigen Kreises Lippe gab es 364, die heute als Altlasten registriert sind. Aus den Kreisen Detmold und Lemgo wurde der Kreis Lippe mit heute 365.000 Einwohnern gebildet.

Unter anderem war es ein wesentliches Ziel der kommunalen Neugliederung, die Abfallbeseitigung besser zu regeln. Im Kreisgebiet wurden zwei Gesellschaften zur Abfallbeseitigung gegründet. Neun Städte und Gemeinden schlossen sich zur Abfallbeseitigungs-GmbH Lemgo zusammen, die eine Deponie und bereits Mitte der siebziger Jahre ein Kompostwerk errichtete. Später kam noch die Verbunddeponie

Alle Kommunen des Kreises Lippe und der Kreis selbst sind Gesellschafter der ABG-Lippe. Getragen durch den Gedanken der lippischen Solidarität hatten und haben somit alle Körperschaften die Möglichkeit, über die Gremien der ABG-Lippe die Abfallwirtschaft im Kreis Lippe mitzugestalten.

1998 wurde mit dem Bau einer neuen Kompostieranlage mit vorgeschalteter Vergärungsstufe in der Maibolte in Lemgo begonnen. Nach Fertigstellung des "neuen Kompostwerkes" werden seitdem alle Abfälle aus der "grünen Tonne" zu gütegesichertem Kompost verarbeitet und dabei über die Verstromung des gewonnenen Biogases elektrischen Energie für rund 1.500 Haushalte gewonnen.

Die Organisation der Abfallwirtschaft in Form einer kommunalen GmbH und das Prinzip der lippischen Solidarität auf dem Gebiet der Abfallentsorgung und Verwertung ermöglichte in der Vergangenheit flexible, zeitnahe Entscheidungen und betriebswirtschaftlich vernünftige Größeneinheiten, sei es beim Bau von Entsorgungsanlagen oder bei der Ausschreibung von Dienstleistungen. Dieser Solidaritätsgedanke stand auch bei der Neuordnung der Abfallentsorgung im Kreis Lippe im Jahr 2002 im Vordergrund, als der Abfallwirtschaftsverband gegründet wurde, dem die Entsorgungsaufgaben der Städte und Gemeinden (mit Ausnahme der Stadt Detmold) und des Kreises Lippe übertragen wurden. Nach einer europaweiten Ausschreibung über Sammlung und Transport sowie Entsorgungsleistungen wurde zum 1. Juli 2004 die Gesellschaft für Abfallentsorgung Lippe mbH (GAL) gegründet. Dieser PPP-Gesellschaft (public-private-partnership) mit 51 % kommunalen und 49 % privaten Anteilen wurde neben Sammlung und Transport auch die Behandlung der überlassungspflichtigen Bioabfälle im Kompostwerk übertragen. Zwischen der Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe und der GAL wurden mit Wirkung zum 1. Juli 2004 entsprechende vertragliche Regelungen getroffen.

Die von der ABG-Lippe betriebenen Deponien haben hohe ökologische Standards. Durch eine vorausschauende Politik wurden seit 1988 für die Verpflichtungen zur Nachsorge und Rekultivierung der Deponien und der Altlast Maibolte Rückstellungen angesammelt. Die ABG-Lippe ist heute in der glücklichen Lage das Geld für die notwendige Nachsorge für die nächsten 30-40 Jahre zum überwiegenden Teil angesammelt zu haben.

Dass sich die Anstrengungen der Bürger hinsichtlich Wertstofftrennung und Abfallvermeidung monetär nur begrenzt auszahlen, darf allerdings nicht über eines hinwegtäuschen: Der Beitrag, den die lippischen Bürger mit Ihren Engagement für den ökologischen Schutz Ihrer Umwelt leisten, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.
Es wäre einfach verantwortungslos und unfair, unsere Entsorgungsprobleme auf die Generation unserer Kinder zu verlagern.
 


 
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