ABG-LIPPE Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe
 

Deponie Hellsiek

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Die Deponie Hellsiek ist auf einem Areal von 21 ha errichtet.
Das Verfüllvolumen ist mit 3,4 Millionen cbm planfestgestellt.

Dieses Volumen entspricht einem Kubus mit Grundfläche eines Fußballfeldes und einer Höhe von 462 m.

Die Annahme von Hausmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen wurde zum 01.07.04 eingestellt. Für das noch verfügbare geringe Restverfüllvolumen können seitdem nur noch Abfälle angenommen werden, die die Zuordnungskriterien des Anhang 1 der Abfallablagerungsverordnung einhalten.

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Nach Einbringen der Abfälle in die Deponie setzen Umwandlungs- und Abbauprozesse Stoffe frei, die Umweltschäden auslösen können. Zum Schutz von Boden, Wasser und Luft sind und werden in der Hellsiek mit hohem technischen Aufwand Schutzmaßnahmen eingebaut. Die dadurch verursachten Kosten sind von allen Anlieferern zu tragen.

Vier Schutzmaßnahmen
Die Basisabdichtung verhindert, dass freiwerdende Substanzen in den Boden und das Grundwasser eindringen. Sie besteht aus einer 0,75 m mächtigen mineralischen Schicht. Direkt darauf liegt eine 2,5 mm starke, dicht verschweißte Kunststoffbahn (PE-HD), die gegen mechanische Beschädigung mit einem hochreißfesten Geotextil abgedeckt ist.

Die Oberflächenabdichtung entspricht in ihrem Aufbau in etwa der Basisabdichtung. Aufgebracht wird sie, wenn Abschnitte der Deponie bis zur vorgesehenen Höhe verfüllt sind. Sie verhindert das Eindringen von Regen in den Deponiekörper, und minimiert so die Sickerwasserbildung.

Die Deponiegas-Erfassung und -Verwertung dient dem Klimaschutz. Das durch die Abbauprozesse im Deponiekörper entstehende Gas enthält im wesentlichen Methan (CH4) und Kohlendioxid (C02) sowie Spurenstoffe. Um die Emission dieser klimawirksamen Gase in die Atmosphäre einzuschränken, wurden 56 Gasbrunnen in den Deponiekörper eingebracht, aus denen stündlich etwa 400 cbm Gas durch Anlegen eines Unterdrucks abgesaugt werden. Mit dem Deponiegas wird ein Motor betrieben, die jährlich über 4 Mio. kWh elektrischer Energie erzeugen. Die anfallende Abwärme wird zur Beheizung der Betriebsgebäude und der Sickerwasserreinigungsanlage eingesetzt.

Die Sickerwasser-Erfassung dient dem Boden- und Gewässerschutz. Auf der Basisabdichtung der Deponie ist ein engverzweigtes Drainagesystem verlegt. Das Sickerwasser wird mit freiem Gefälle in einen 800 cbm fassenden Staukanal geleitet und von dort zur Reinigungsanlage gepumpt. Die Hauptäste des Drainagesystems werden zur Überwachung ihrer Funktion regelmäßig mit Videokameras befahren. Erkennbare Ablagerungen werden ausgespült.

Ablagerung der Abfälle
Zum Schutz der Basisabdichtung und des Drainagesystems wird zuerst eine etwa 2 m starke Schutzschicht aus Feinmüll unverdichtet aufgebracht. Danach werden die Abfälle in dünnen Schichten "eingebaut" und mit schweren Spezialmaschinen -Kompaktoren und Planierraupen - durch mehrfaches Überfahren verdichtet. Die verfüllte Fläche wird arbeitstäglich mit Sand oder Boden abgedeckt, damit Papier nicht in der Umgebung umherfliegt. Um die Geruchsemission zu begrenzen, ist die offenliegende Einbaufläche relativ klein. Beim Verfüllen der Deponie wird die Außenböschung kontinuierlich mit einer starken Bodenschicht abgedeckt, die gleichzeitig Sichtschutz bietet und nach und nach begrünt wird. Um auf dem wachsenden Deponiekörper Müll und Boden mit schweren Fahrzeugen anliefern zu können, ist immer wieder die Anlage befestigter Wege erforderlich die aus Bauschutt hergestellt werden.

Temporäre Oberflächenabdichtung (zur Vergrößerung klicken Sie bitte auf das Bild)

Die Bauarbeiten zur temporären Oberflächenabdeckung des Altbereiches und des 1. und 2. Hauptverfüllabschnittes der Deponie Hellsiek wurden im November 2003 abgeschlossen. Mittels Investitionen von rund 730.000 Euro in den Umweltschutz hat die Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe große Teile der Deponie Hellsiek abgedeckt.
Auf einer Fläche von rund 65.000 qm verhindert seitdem eine stabile Folie, dass Regen in den Deponiekörper eindringt. Durch das Aufbringen der Folie kann die Menge des durchschnittlich anfallenden Sickerwassers um rund die Hälfte reduziert werden. Etwa 150.000 Euro an variablen Kosten für die Sickerwasserreinigung können so pro Jahr eingespart werden. Die Investition hat sich somit in rund 5 Jahren durch die Einsparungen bezahlt gemacht.
Gleichzeitig erhöht sich die Reinigungsleistung der Sickerwasserreinigungsanlage, da ein gleichmäßiger Zufluss von Sickerwasser zur Anlage gewährleistet wird.
Das auf der Folie anfallende Niederschlagswasser wird über Gräben gefasst und abgeleitet und in einem großen Regenrückhaltebecken zwischengespeichert. Von dort fließt es dosiert in den nächsten Bach.
Weiter konnte durch die Baumaßnahme die Erfassung von Deponiegas (Methan) deutlich verbessert werden. Das Deponiegas, wird über Gasbrunnen und Gasleitungen gefasst und im Blockheizkraftwerk (e-on Westfalen Weser) zur Stromerzeugung eingesetzt.
Zur Verbesserung des optischen Eindrucks hat die Folie auf einer Fläche von rund 10.000 qm eine ‚grüne Mütze' erhalten, die aus einer Magerbegrünung besteht. Mit dieser Baumaßnahme zeigt die Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe, dass Investitionen in den Umweltschutz nicht nur Geld kosten, sondern auch wirtschaftlich sind.
Nach rund 10-15 Jahren muss entsprechend den gesetzlichen Vorgaben eine endgültige Oberflächenabdichtung aufgebracht werden. Damit hat die Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe den ersten Schritt zum Abschluss der Deponie Hellsiek eingeleitet.

Rekultivierung der Landschaft
Vorliegende Pläne zur Rekultivierung und Gestaltung der Landschaft werden, parallel zur Verfüllung der Deponie, umgesetzt. Nach Beendigung der Setzungen wird die vorläufig aufgebrachte Zwischenabdeckung durch die endgültige Oberflächenabdichtung ersetzt. Im Zuge der abschließenden Rekultivierung wird eine etwa 1m starke Bodenschicht aufgebracht. Flachwurzelnde Gehölze und Stauden werden gepflanzt, Landschaftsrasen wird ausgesät.

Dauerhaft befahrbare Wege und Gräben, die das Oberflächenwasser abführen sind anzulegen. Die technischen Anlagen zur Nachsorge werden nach Abschluß der Rekultivierungsmaßnahmen noch über Jahrzehnte in Betrieb bleiben.
Schon 1993 hat der Abfallbeseitigungsverband Detmold nördlich der Deponie Hellsiek ein 4,5 ha großes Areal im Passadetal erworben. Dort wurde ein extensiv bewirtschaftetes Biotop angelegt. Es ist eine Ausgleichsfläche für durch die Deponie in Anspruch genommenen Naturraum.
 


 
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