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Neophyten im Kompost - Was tun mit eingeschleppten Pflanzen


Bei Neophyten handelt es sich um gebietsfremde Pflanzen, die den Weg in unsere heimischen Lebensräume gefunden haben. Man unterscheidet zwei Arten von Neophyten:

  1. Pflanzen, bei denen die Neuansiedlung geplant durch den Menschen geschehen ist.
  2. Gewächse, bei denen die Einschleppung unbeabsichtigt z.B. durch Ausbreitung von Samen, Handel o.ä. erfolgte.

Insgesamt gibt es ca. 1450 Pflanzenarten, die ob gewollt oder nicht, einen neuen Lebensraum in Deutschland gefunden haben. Von diesen werden viele schon als heimische Gewächse empfunden, da der Zeitpunkt der Neuansiedlung manchmal mehrere hundert Jahre zurückliegt. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Kartoffelrose (rosa rugosa), die ursprünglich aus Ostasien stammt, aber bereits seit 1854 in Deutschland in Kultur bekannt ist.

Die meisten Neophyten verhalten sich in ihren Lebensräumen angepasst oder werden aufgrund von Standortbedingungen eher im Wuchs unterdrückt und stellen kein Problem dar. Ganz anders ist dies bei den sogenannten invasiven Arten der "Neuansiedler", die wegen für sie optimaler Lebensbedingungen in Konkurrenz zu anderen Pflanzen in ihrem Lebensraum treten und diese verdrängen. Bekannte Vertreter dieser Art sind der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch bekannt unter dem Namen Herkulesstaude, dessen Pflanzensaft Hautverbrennungen verursacht. Der japanische Knöterich (Fallopia japonica) bildet unterirdische Ausläufer (Rhizome) und kommt häufig großflächig an Straßen- und Gewässerrändern vor. Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) die in letzter Zeit in die Schlagzeilen gekommen ist, da ihre Pollen zu den stärksten Allergieauslösern im Pflanzenreich gehören.
Insgesamt sind etwa 50 Arten in Deutschland bekannt, die negative Auswirkungen auf ihre Umgebung haben und aufgrund gesetzlicher Regelungen des Naturschutzes an der Ausbreitung gehindert werden sollen. In diesem Zusammenhang stellt sich nun die Frage, was mit Pflanzenteilen, Wurzeln und Samen geschehen soll, die z.B. nach der Mahd oder dem Ausgraben anfallen.

Können diese dann auf den Komposthaufen oder in die "grüne Tonne"?

Auf dem Kompost haben Reste dieser invasiven Neophyten nichts zu suchen. Wegen der niedrigen Temperaturen, die bei der Eigenkompostierung in einem Komposthaufen herrschen, ist eine Hemmung der Keimfähigkeit von Samen nicht gegeben. Bei Pflanzen, die sich über Wurzeln oder Stängel vermehren, besteht weiterhin die Möglichkeit einer Ausbreitung in die Umgebung des Komposthaufens. Auch die häufig praktizierte "wilde Kompostierung" am Waldrand ist nicht nur verboten sondern birgt ebenfalls ein hohes Potential zur weiterenAusbreitung.

Die Entsorgung über die "grüne Tonne" und die anschließende Verarbeitung im Kompostwerk Lemgo auf der Maibolte ist eher unproblematisch anzusehen. Beim Kompostierungsprozess gelten strenge Anforderungen an die Hygienisierung und Rotte;so werden in den eingehausten Kompostmieten bis zu 80° Celsius erreicht. Dies reicht aus um die Abtötung von Samen und keimfähigen Pflanzenteilen zu erreichen.

Für Informationen steht die Abfallberatung zur Verfügung. Eine sehr detaillierte und informative Internetseite ist unter www.neophyten.de zu finden.


 
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