ABG-LIPPE Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe
 

Potentialanalyse zur Deponiebelüftung


Erkundungsbohrungen im Deponiekörper

Tiefendifferenzierte Bohrgutprobe

Gasmesswagen zum Absaug- und Be­lüftungsversuch

Die Deponie Hellsiek befindet sich seit 2005 in der Stilllegungsphase. Seitdem Mitte 2004 die Ablagerung von Hausmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen eingestellt wurde, ist die Produktion von Deponiegas besonders in den letzten Jahren deutlich rückläufig. Derzeit kann mit dem Gas noch ein Blockheizkraftwerk betrieben werden, das neben der Stromproduktion auch Wärme zur Beheizung der Sozialräume liefert. Es zeichnet sich aber ab, dass die derzeitige Gasverwertung nur noch einige Jahre möglich sein wird. Trotzdem ist über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten noch mit nennenswerter Deponiegasproduktion und somit potentiellen Emissionen zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund wurde 2014 die Möglichkeit eines aeroben in situ Stabilisierungsverfahrens (Deponiebelüftung) im Hinblick auf die Zielstellung der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) der Bundesumweltministeriums geprüft. Es wurde eine Potentialanalyse beauftragt, die mit Mitteln aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" für das Vorhaben
"KSI: Einsatz geeigneter Technologien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei stillgelegten Siedlungsabfalldeponien – Deponiebelüftung der Deponie Hellsiek"
durch das Bundesumweltministerium gefördert wurde.

Im Rahmen der Studie wurden zunächst 18 Gaspegel um vorhandene Gasbrunnen neu gebohrt. Das gewonnene Bohrgut wurde tiefendifferenziert untersucht und hinsichtlich Restabbaubarkeit sowie weiterer Parameter analysiert.
Nach einer Funktionsprüfung der bestehenden Gasbrunnen wurde unter Einbeziehung der neu gebohrten Gaspegel die Gasdurchlässigkeit des Deponiekörpers untersucht. Hierzu wurde eine mobile Belüftungsstation verwendet, die den Deponiekörper über eine diskontinuierliche und kontinuierliche Belüftungsphase mit Luftsauerstoff versorgte. Eine Messstation erfasste über einen Zeitraum von 10 Tagen die Veränderungen der Gaszusammensetzung.

Die Potentialanalyse erbrachte folgende Ergebnisse:

  1. Die charakteristischen Parameter für den Organikgehalt der entnommenen Feststoffproben liegen im Vergleich mit anderen Deponien im unteren Bereich, wodurch die rückläufigen Gasmengen und –qualitäten zu erklären sind.
  2. Der langfristig verfügbare Kohlenstoffanteil der deponierten Abfälle (Cbio.) liegt bei nur noch 7 kg Cbio./t TS.
  3. Eine Stabilisierung des Deponiekörpers durch die in situ Belüftung zur Verbesserung des Emissionsverhaltes ist technisch durchführbar und als grundsätzlich geeignet anzusehen.
  4. In allen Deponiebereichen konnten moderate bis gute Gaswegigkeiten ermittelt werden.

Die Ergebnisse der Potentialanalyse ebenso wie die positiven Erfahrungen mit der Belüftung der Deponie Dörentrup werden in die konzenptionelle Überarbeitung des Deponiegaskonzeptes einfließen. Zur Verbesserung des Gashaushaltes der Deponie Hellsiek soll eine schrittweise Anpassung der Entgasung bis hin zu kompletten Belüftung erfolgen.

Wir bedanken uns

  • bei dem begleitenden Ingenieurbüro IFAS, Hamburg, für die Untersuchung und Auswertung sowie
  • beim Bundesumweltministerium (www.klimaschutz.de) für die finanzielle Förderung der Maßnahme und
  • dem Projektträger Jülich (PtJ) (www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen) für den konstruktiven Dialog bei der Umsetzung der Förderung.

Nationale Klimaschutz InitiativePTLGefördert durch das Bundesumweltministerium


 
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