ABG-LIPPE Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe
 

Sickerwasserreinigungsanlage der Deponie Dörentrup


Das Verfahren der Umkehr-Osmose zur Reinigung von belasteten Sickerwässern aus Industrie und Gewerbe ist ein ausgereiftes und dem Stand der Technik entsprechendes Abwasserreinigungsverfahren. Die Anlage wurde im Jahr 1992/93 im wesentlichen durch die Fa. Haase installiert und arbeitet seitdem im Regelbetrieb. Es wurden insgesamt 8,3 Mio. DM investiert.

Um der organischen Fracht im Sickerwasser der Deponie Dörentrup gerecht zu werden ist vor der eigentlichen Umkehrosmose eine klassische biologische Abwasserreinigung vorgeschaltet. Eine weitere Stufe, die Mikrofiltration, hält die dann noch enthaltenen Schwebteilchen im Abwasser zurück. Erst dann wird das so vorgereinigte und nur noch mit unerwünschten gelösten Stoffen belastete Sickerwasser der Umkehrosmose zugeführt.
Bei der Umkehrosmose wird Abwasser unter Druck an einer semipermeablen Polymer-Membrane vorbeigeleitet, wobei ein molekularer Trennungsprozess stattfindet: Die Wassermoleküle können die ultrafeinen Poren der Membrane passieren, während unerwünschte Stoffe und Kontaminationen wie Salze (Kalk, Nitrat, Schwermetalle, gelöste organische Verbindungen, etc.) zurückgehalten werden. Dabei entsteht ein Permeat und ein Konzentrat. Das Konzentrat, in welchem die Salze und Schadstoffe zurückbleiben wird separat gefasst, abtransportiert und auf der Sickerwasserreinigungsanlage der ABG-Lippe auf der Deponie Hellsiek weiter verarbeitet und gereinigt.

Das Verfahren der Umkehrosmose wirkt nicht selektiv auf einzelne Inhaltsstoffe, sondern hält fast alle Stoffe nahezu gleich gut zurück. Dadurch ist es auch zur Behandlung von komplizierten Stoffgemischen wie Deponiesickerwasser besonders geeignet.

Das Permeat der Sickerwasserreinigungsanlage Dörentrup ist aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Membran sehr rein. Die hohe Qualität des Permeates wurde in vielen Untersuchungen eines unabhängigen und zertifizierten Labors überzeugend nachgewiesen und ist deutlich sauberer als gereinigte Abwässer aus der klassischen Klärwerkstechnologie.
Der Gutachter Dr. Dipl.-Biologe Hartmut Späh (von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe zu Münster öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Fischerei und Gewässerökologie) äußerte sich wie folgt zur Qualität des Permeates: "Eine zusammenfassende Bewertung der Analysen ergibt, dass fast alle Werte des gereinigten Permeatwassers unterhalb der chemisch - analytischen Nachweisgrenze liegen. Dies trifft insbesondere auch für die Metalle zu. Die organische Restbelastung, dargestellt anhand des Parameters BSB5 , liegt ebenfalls auf einem sehr niedrigen Niveau."
Das Permeat wird seit dem Januar 2001 direkt in den oberen Teich (ca. 10.000 qm Oberfläche, ca. 2 m tief) eingeleitet und über ein namenloses Gewässer nach mehreren 100 m in die Bega abgeführt.

Die eigentliche Umkehrosmose besteht aus 4 Blöcken mit jeweils 24 Rohren. In jedem Rohr befinden sich 18 Membranschläuche (insgesamt also 1.728 Stück). Ungeachtet des Verschleißzustandes werden die Membranschläuche ca. alle 2 Jahre turnusmäßig ausgetauscht. Der maximale Betriebsdruck der Umkehrosmose an den Membranen ist auf 42 bar begrenzt.

Daten:
Rohsickerwassermenge: ca. 25-30.000 cbm/a, pro Tag ca. 80 cbm, niederschlagsabhängig
Rohsickerwasserspeicher: 900 cbm
Verhältnis Permeat zu Konzentrat: ca. 4 : 1
Elektrische Anschlussleistung: ca. 250 kW


 
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